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PRESSEBERICHT: “Suche impotenten mann fürs Leben”

Komödie „Suche impotenten Mann fürs Leben“ begeistert das Publikum bei der Premiere auf dem Theaterschiff

Liebe und andere Hindernisse

Syker Kreiszeitung vom 09.04.2011

Von Corinna Laubach
BREMEN · Schwarze High Heels, wohltailliertes rotes Kleid, lange dunkle Haare. Unumstritten eine attraktive Frau, die wutschnaubend im Wohnzimmer ihrer Altbauwohnung steht.

Carmen hat die Nase gestrichen voll. Von Freund Peter und vor allem davon, stets und jederzeit einzig als Objekt der Begierde gesehen zu werden. Ihr Wunsch: eine Beziehung voller Nähe, Zärtlichkeit und Gemeinsamkeit – ohne Sex. Ihr Plan: Ein impotenter Mann muss her. Es muss doch einen geben, der Spaß am Leben hat und nicht immer nur an das Eine denkt. Mit diesem Leitgedanken macht sich Carmen (Heidi Jürgens) auf die Weg in die Anzeigenannahme. Dass die ungewöhnliche Idee zu reichlich Chaos führen wird, ist ebenso programmiert, wie die große Liebe, der Carmen bei ihrer Suche schlussendlich begegnet. Und doch leidet, lacht und fiebert man mit der authentischen Carmen mit.

Mit Freundin Laura (Mary C. Bernet) hat sie stets eine Verbündete an ihrer Seite, mit der sich bei Prosecco und Rohkosthäppchen über die Männer philosophieren lässt. Und was für Exemplare Carmens Weg kreuzen! Der schmierige Graf Stefan (Frank Winkels), der mit Macho-Allüren bewaffnete Staubsaugervertreter Oliver (Achim Bramscher), der sportliche, direkte Fredric
(den sich kurzum Laura angelt; gespielt von Winkels) und schließlich der smarte Architekt David (Bramscher). Bei ihm funkt es tatsächlich. Und damit wäre man mitten im turbulenten Höhepunkt angelangt. Denn David gibt nur vor, impotent zu sein, um eine Chance bei der Angebeteten zu haben. Während er in ständiger Zwietracht mit seinem besten Freund steht und die Libido zum Teufel wünscht, sucht Carmen Paartherapeut und Hexenküche auf. Ein impotenter David, das ist am Ende auch für sie nicht das Gelbe vom Ei.

Gaby Hauptmanns Roman „Suche impotenten Mann fürs Leben“ sorgte vor bald 20 Jahren für großen Unterhaltungswert und nicht minder ist es mit dieser leichtfüßigen Inszenierung auf dem Theaterschiff. Ein flottes, bestechendes Spiel der vier äußerst wandelbaren Akteure, kauzige Charaktere und ebenso viel Klischees wie Wahrhaftigkeit über das Beziehungsleben sorgen für beste Komödienunterhaltung – vor allem bei den Frauen, aber auch bei den Männern im Publikum. Der Amerikaner Craig Simmons ist Regieprofi durch und durch und weiß sein Handwerk gekonnt einzusetzen. Erstmals inszeniert er in Bremen und serviert einen spritzigen Abend, der nach Zugabe schreit. Ein Glücksgriff!

Das Stück „Suche impotenten Mann fürs Leben“ steht bis Mitte August regelmäßig auf dem Spielplan des Theaterschiffs an der Tiefer. Karten gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

Quelle: Syker Kreiszeitung

 

 


PRESSEBERICHT: “Suche impotenten mann fürs Leben”

Traumtyp gesucht
Spritzig: Theaterschiff zeigt "Suche impotenten Mann fürs Leben"

Weser Kurier Bremen vom 09.04.2011

VON SIGRID SCHUER

Bremen. Da kommt die Frau nach einem anstrengenden Zehn-Stunden-Tag nach Haus, würde so gern die Füße hochlegen und dem Gatten ein bisschen von ihrem stressigen Arbeitstag erzählen. Doch nix da, der erwartet eine von den Scharmützeln des Alltags nicht angekränkelte, allzeit bereite femme fatale mit den Verführungskünsten einer Madame Pompadour.

Frauen, die mitten im Leben (und in der Karrjere) stehen, wissen, wovon Carmen, HeIdin des Romans "Suche impotenten Mann fürs Leben" von Gaby Hauptmann, enerviert ist. Eine Paraderolle für Heidi Jürgens, den Sonnenschein der Bremer Boulevard- Theaterszene. In der Bühnen-Adaption, die jetzt auf dem Theaterschiff Premiere hatte, gibt Carmen eine Kontaktanzeige auf, in der sie einen impotenten Mann fürs Leben sucht. In der Hoffnung, eines der raren Exemplare zu finden, die fragen: "Liebling, wie war Dein Tag?" Derlei begehrt auch Carmens Freundin Laura. Sie zieht aus Carmens Brief-Ausbeute einen Hauptgewinn. Frederick in Biker-Montur haut sie um.

Frank Winkels ist wie seine Mitspieler in der spritzigen Regie von Craig Simmons ein Wunder an Wandlungsfähigkeit.
Mal schlüpft er in die Rolledes Bikers Frederick, .dann gibt er einen trotteligen Paartherapeuten, dessen Nummer mit der Therapie-Socke ein Brüller ist.

Mary C. Bernet, die schon als Piaf auf dem Theaterschiff gefeiert wurde, brilliert im fliegenden Wechsel als abenteuerlustige Grundschullehrerin Laura, als mit den Hüften wackelnde Kellnerin - und als orientalische Spezialistin für Aphrodisiaka. Armer David! Mit den die Libido fördernden Mittelchen setzt Carmen dem vermeintlich impotenten Traummann ganz schön zu, den sie nach etlichen Missgriffen endlich gefunden hat.

Köstlich seine Zwiegespräche mit seinem besten Stück: "Heute nicht, hörst du?
Erst morgen wieder!" Zur Kühlung hilft nur eines: Erektion mit Eiswürfeln behandeln.
Achim Bramscher kann aber auch anders: Als Oliver gibt er ein sehr präpotentes, rechthaberisches und kleinkariertes Ekel. Und wenn eine Frau auf so einen "Traumtypen " wie ihn nicht kann, dann ist sie halt frigide - glaubt er.

"Es gibt keine frigiden Frauen", kontert die selbstbewusste, smarte Traumfrau Carmen. Und endlich darf Heidi Jürgens dann doch ihren "Pretty Woman" -Juchz er loswerden und zu Ravels "Bolero" alle erotischen Register ziehen.

 

Quelle: Weser Kurier Bremen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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