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Pressebericht vom 11.09.2009 - Beatles on Bord | Theaterschiff Bremen

Gekonnter Sturzflug mit „Jetbaguette“

Bremen - Von Corinna Laubach Oh, là, là! Der Flieger museumsreif, der Pilot betrunken, der Co-Pilot tot in der Gepäckablage. Der Flug von Bremen nach Paris, eine Katastrophe. Da helfen nur jede Menge Galgenhumor, noch mehr Musik und drei charmante französische Flugangstbegleiterinnen. Fertig ist das Musical „Beatles on Board“.

Die neue Unterhaltungsshow auf dem Theaterschiff an der Tiefer quillt über vor Nonsens und entpuppt sich doch als furioser Spaß. In zucker süßer rosa Bonbonkulisse versuchen die Stewardessen Babette (Mary Bernet), Jeanette (Sonja Gründemann) und Raclette (Tanja Bahmani) das Beste aus der desolaten Situation zu machen. Souverän leiten sie die Passagiere durch diesen turbulenten und temporeichen Flug der so wenig Vertrauen erweckenden „Jetbaguette“. Es ist eben nicht die „Swiss Air“. Und wer unter Flugangst leidet, sollte das Stück meiden. Oder hoffen, zu den 50 Prozent zu gehören, die „Jetbaguette“-Flüge unverletzt überstanden haben. Und dann darf man sich mit dem T-Shirt „Isch abe uberlebt“ schmücken.

Das Musical aus der Feder von Enrique Keil lässt kein Klischee aus: liebestolle Stewardessen, schwule Ko-Piloten, kollegialer Zickenkrieg über den Wolken, schlechte Bordverpflegung und der Alptraum schlechthin, Triebwerksausfall, Kerosinleck und Notwasserung. Eigentlich passiert in dem Stück nicht viel und doch schafft es „Beatles on Board“, gut zwei Stunden lang auf flottem Niveau zu unterhalten. Und das sogar ausgesprochen gut.

Das große Pfund, mit dem das Musical in Bremen wuchern kann, sind die fein aufeinander abgestimmten Stimmen der drei Darstellerinnen. Durch die unterschiedlichen Klangfarben (Sopran, Mezzo und Alt) ergeben sich wunderbare Terzette.

Die Pilzköpfe aus Liverpool mögen manches Mal eine große Hürde sein, in den Arrangements für „Beatles on Board“ begeistern die Songs mit Frische und einem Hauch Sexappeal.
Ob „Help“,  „All you need is love“, „Nowhere man“ oder „Yesterday“ – Regisseur Knut Schakinnis fügt die Beatles-Klassiker geschickt an den richtigen Stellen ein und sorgt für stimmige Übergänge. Babette, Jeanette und Raclette singen und tanzen sich mit vollem Stimm- und Körpereinsatz in die Herzen des Publikums.

Vor allem Tanja Bahmani, zum Flubi-Azubi degradiert, glänzt beim Schiffbruch über den Wolken. Mit ihrem Soul in der Stimme und der Power auf der Bühne ist ihr Extraapplaus sicher.
„Beatles on Board“ ist Trash, so wie es die Akteure angekündigt hatten. Aber Trash in seiner schönsten Form.

Quelle: Syker Kreiszeitung
Bericht vom 11.09.2009
Geschrieben von Corinna Laubach

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